2.Thementag
Beschäftigungsfähigkeit sichern
Herzliche Einladung zu unserem zweiten Thementag zum Thema „Beschäftigungsfähigkeit sichern“.
Welche Faktoren tragen dazu bei, dass Beschäftigte langfristig gesund, motoviert und arbeitsfähig bleiben?
Antworten suchen und finden wir gemeinsam beim KompIGA-Thementag „Beschäftigungsfähigkeit sichern“ – mit Impulsvorträgen, interaktiven Workshops und viel Raum zum Netzwerken.
15. Juni 2026
kostenfrei & digital
Programm
WORKSHOPBESCHREIBUNGEN
Workshop 1
Zwischen Unsicherheit und Routine – Gewaltvorfälle im Berufsalltag der Alten- und Eingliederungshilfe bewerten
Die Arbeit im Sozial- und Gesundheitswesen ist geprägt von großer Nähe und engem, persönlichen Austausch. Grenzverletzungen sind dabei ein arbeitsbelastender Faktor, der vermehrt genannt wird. Gerade im Kontext von großen Macht- und Versorgungsabhängigkeiten, sowie verminderter Schuldfähigkeit scheint eine Hemmung zu bestehen, Gewalt gegen Mitarbeitende als diese zu benennen.
Im Rahmen von KompIGA entwickelt die Hochschule Neu-Ulm gemeinsam mit dem Technologiepartner Arista Flow und der Lebenshilfe Donau-Iller e.V. eine Anwendung zur Erfassung und Bearbeitung von Gewaltvorfällen. Im Rahmen des Projekts wurde eine Studie mit 18 Gewaltschutzbeauftragten aus Einrichtungen der Alten- und Eingliederungshilfe geführt. Ziel der Studie war die Entwicklung eines strukturierten Erfassungsschemas, welches die objektive, transparente und messbare Abbildung von Gewaltvorfällen zulässt.
Im Rahmen des Workshops werden zunächst Teilergebnisse der Studie vorgestellt und eingeordnet. Darauf aufbauend werden diese gemeinsam mit den Teilnehmenden in moderierten Diskussions- und Arbeitsphasen weiterbearbeitet. Im Fokus des Workshops steht die Frage, welche Vorfälle besser „sichtbar“ werden müssten, um gezielt Präventionsmaßnahmen ableiten zu können. Die Teilnehmenden erarbeiten hierzu gemeinsam, welche Formen von Gewaltvorfällen und Grenzverletzungen künftig systematisch dokumentiert werden sollten. Als Ergebnis entsteht eine abgestimmte Grundlage für die zentralisierte Erfassung von Vorfällen. Diese soll dazu beitragen, die Vorfallzahlen mittelfristig zu verringern, die Arbeitsbelastung durch Gewaltvorfälle und Grenzverletzungen besser darzustellen, um gezielte Maßnahmen abzuleiten, sowie die Argumentation in Verhandlungen mit Kostenträgern zu unterstützen.
ReferentInnen:
Miriam Kappe, Tobias Hermann, Johannes Schobel (HNU)
Workshop 2
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen: Fehlerkultur als Schlüssel zur Resilienz in Organisationen
Organisationen des Sozial- und Gesundheitswesens werden durch komplexe Versorgungsanforderungen und damit verbundenen herausfordernden Arbeitsfelder für Führungskräfte und Mitarbeitende geprägt. Daher sind personale Kompetenzen zur Förderung ihrer Gesunderhaltung und Resilienz erforderlich. Entsprechende Bildungsangebote sind jedoch inhaltlich oft stark beschränkt, nicht frei zugänglich oder es fehlt am Praxisbezug.
Vor diesem Hintergrund entwickelt das Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg (WWBW) in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Zentrum Pflege Digital (BZPD) derzeit ein niedrigschwelliges Kompetenztraining für (werdende) Pflegefachpersonen zur Förderung personaler Kompetenzen. Insbesondere Personen am Übergang in den Pflegefachberuf sollen von der Kombination aus Mentoring, E-Learning und Teamveranstaltungen profitieren. Im Rahmen des Thementags werden Bausteine des Programmentwurfs vorgestellt.
Nutzen Sie die Gelegenheit im Rahmen einer Live-Testung einen Baustein des geplanten Kompetenztrainings zur Förderung personaler Kompetenzen für Pflegefachpersonen mitzugestalten. Hierfür erhalten die Teilnehmenden einführend einen Einblick in Zusammenhänge zwischen Fehlerkultur, personalen Kompetenzen und Resilienz in und von Organisationen. Kern des Workshops bildet daraufhin ein sogenanntes „Fuckup Event“ zur Förderung einer gesunden Fehlerkultur. Dabei wird ein Verfahren zu einem offenen Umgang mit Missgeschicken umgesetzt, um diese als Chance für Wachstum zu verstehen. Abschließend erhalten die Teilnehmenden eine Zusammenstellung zu Good Practices, welche sie in ihre Einrichtungen mitnehmen können.
ReferentInnen:
Katharina Boy & Evelin Pracht (WWBW), Johanna Aigner & Florian Fischer (BZPD)
Workshop 3
Good Practive Ansätze: Mentoring für ausländisches Personal in der Pflege
Der Workshop „Mentoring für ausländisches Personal in der Pflege“ bietet einen kompakten Überblick über zentrale Erfolgsfaktoren wirksamer Mentoring-Ansätze im Sozial- und Gesundheitswesen. Im Kontext der Sicherung von Beschäftigungsfähigkeit und der Gesundheitsförderung rückt insbesondere die nachhaltige Integration internationaler Pflegekräfte und Auszubildender in den Fokus.
Im ersten Teil des Workshops erhalten die Teilnehmenden einen praxisnahen Input zu den Aufgaben und der Rolle von Mentor*innen im Integrationsprozess. Dabei werden zentrale Kompetenzen beleuchtet, die für eine gelingende Begleitung erforderlich sind, ebenso wie bestehende Qualifizierungsbedarfe. Darüber hinaus werden typische Herausforderungen thematisiert, die in der Zusammenarbeit mit internationalen Fachkräften auftreten können – etwa sprachliche Barrieren, kulturelle Unterschiede oder unterschiedliche berufliche Sozialisationen.
Ergänzend werden ausgewählte Mentoring-Modelle aus der Gesundheitsbranche vorgestellt, die als Good-Practice-Beispiele Orientierung für die eigene Praxis bieten können.
Im Anschluss an den Input folgt ein interaktiver Austausch. Dieser bietet Raum für Fragen, Diskussionen und den Transfer eigener Erfahrungen. Ziel ist es, gemeinsam Ansätze zu reflektieren, voneinander zu lernen und konkrete Impulse für die Umsetzung im eigenen Arbeitskontext mitzunehmen.
Referentin:
Olivia Prauss (Context YELLOWS)
Workshop 4
Kleine Änderungen, große Wirkung: Das macht den Unterschied in Veränderungsprojekten
Die Praxis in Pflegeeinrichtungen ist klar: Mitarbeitende berichten von vielen Belastungen, wir brauchen Veränderung und Weiterentwicklung. Wo am besten ansetzen? Neben individueller Gesundheitsförderung und Programmen stehen in Pflegeprojekten seit einiger Zeit vor allem die Arbeitsbedingungen im Fokus.
Absolut zurecht und gleichzeitig ein großes Thema – so fühlt es sich für viele an. In diesem Impulsworkshop sprechen wir über diese Veränderungsprojekte in der Pflege: welche Herausforderungen es immer wieder gibt, welche Modelle aus OE und Change hier Orientierung geben können, vor allem aber über Erfolgsfaktoren: was bei der Umsetzung wirklich hilft um Wirksamkeit zu erzeugen. Denn den Unterschied können schon ganz kleine Stellschrauben machen.
Mit Beispielen aus der Beratungspraxis kommen wir in den Austausch auch zu ihren eigenen Erfahrungen und besprechen konkrete Tipps und Tools, so dass Sie auch selbst ins „Experimentieren“ für Veränderung bei Ihnen kommen.
Referentin:
Linda Haug (Gailus.org)
Dieses Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Programm „Zukunft der Wertschöpfung – Forschung zu Produktion, Dienstleistung und Arbeit“ gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei der Autorin / beim Autor / bei den Autoren.
